Auf meinem Ausbildungsweg zum Coach eckte ich mehr als einmal deutlich mit meinen Grenzen an. Und ich wusste, dass ich niemals ein guter Coach werden kann, wenn ich es nicht einmal schaffe meine eigenen Grenzen zu verändern. Eines war mir vollkommen bewusst, ich wollte diese Veränderung ganz tief in mir spüren. Bei meiner Recherche stieß ich auf den Feuerlauf und die transformatorische Kraft des Feuers. Diese transformatorische Kraft kannte ich bereits von meinem Kaminofen, der mir dies mehr als einmal in Form von Brandblasen deutlich gemacht hatte. Wenn mir also schon eine kurze Unachtsamkeit schmerzhafte Erkenntnisse bescheren konnte, wie soll es da möglich sein über glühende Kohlen zu gehen? Es war absolut Paradox. Ich las Berichte von Menschen die es getan hatten und trotzdem sagte etwas tief in mir „Das geht nicht“. Genau dieses „Das geht nicht“ welches ich spürte wollte ich verändern. Fest entschlossen alles darüber zu erfahren buchte ich meine Feuerlauf-Trainer Ausbildung.

Die ersten Flammen

In einer Ausbildung zum Feuerlauf Trainer kommt natürlich irgendwann der Moment wo die Holzscheide angezündet werden. Draußen war es nass-kalt und wir hatten uns in dicke Mäntel eingepackt. Die Flammen zündelten und wir schichteten weitere Lagen von Buchen- und Fichtenholz um das kleine Anfangszelt aus unseren 3 Holzstücken. Wir waren fasst mit dem Aufschichten der Holzstücke fertig, als das Feuer im Inneren bereits soviel Potential entwickelt hatte, dass es den äußeren Rand unserer Konstruktion längst erreichte. Diese kleinen, unscheinbaren Flammen hatten sich in Windeseile zu einem tosenden, knisternden und knackenden Flammenmonster von über 3 Meter erhoben. Unser Holzhaufen maß gerade einmal 60 cm. Ich war so damit beschäftigt weitere Holzstücke zu plazieren, dass ich von der Geschwindigkeit des Feuers gar nichts mitbekommen hatte und die plötzlich einsetzende Hitzewelle mich umgehend auf einen Abstand von 2 Metern trieb. Jetzt erst sah ich das Feuer im vollen Ausmaß und spürte immer noch die weiter ansteigende Hitze im Gesicht.

Ich starrte in die Flammen und in jeder Faser meines Körpers empfand ich Respekt. In meinem Kopf überschlug sich immer wieder ein und derselbe Gedanke „Worauf hast du dich da eingelassen?“ „Natürlich kann man NIEMALS über 500 – 800 Grad heiße Glut laufen.“

Mein Trainer bemerkte meine Unsicherheit und fragte: „Marc? Alles Okay?“

Ich sage mal Respekt! Als höfliche Alternative, um nicht Angst sagen zu müssen“ war meine Antwort.

Marc, dass ist vollkommen normal.“ und mein Trainer erklärte weiter „Dein ganzes Leben lang wurde der Raum, der zu deinen Erfahrungen im Umgang mit Feuer gehört, mit der Information – du wirst dich verbrennen – gefüllt, ist das richtig?“

Ja natürlich, weil es ja auch so ist?“ ich sah ihn mit großen Augen an.

Ohne auch nur den Hauch von Zweifel in der Stimme bekam ich als Antwort „Marc, lass uns nun einen ZWEITEN Raum für deine NEUEN Erfahrungen mit Feuer anlegen.“

Der Gang über die Glut

Anderthalb Stunden später standen wir vor dem orange-roten Gluthaufen unseres Feuers und mein Trainer formte mit einer Bauschaufel einen ca. 4 Meter langen Glut-Teppich. Ich zog mir Schuhe und Strümpfe aus, sammelte kurz meine Gedanken und marschierte über die Glut.

Es soll Menschen geben die vermuten – Hypnose, Drogen, Vodoo usw. – doch von alldem war nichts im Spiel. Entspannungsübungen und spezielle Mentale Vorbereitungen sind vollkommen ausreichend. Und ich kann bestätigen, dass der Gang über die Glut mich verändert hat. Vorher gab es nur ein „Das kann ich nicht“. Jetzt gibt es ein „Ich kann!“.

Wozu werde ich wohl zukünftig noch „Ich kann!“ sagen?!

Neue Energien

Der Feuerlauf ist eine fantastische Möglichkeit sich mit dem Thema Energien auf unterschiedlichen Ebenen auseinander zu setzen. Jeder findet im Feuer seine Entsprechungen. Und ob man nun über die Glut geht oder nicht, dass spielt absolut keine Rolle. Auf jeden Fall ist man hinterher um einiges reicher und erfahrener. Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

In der Ausbildungswoche bin ich immer wieder auf die Geschichte von Sokrates und den 3 Sieben gestoßen:

Zum weisen Sokrates kam einer und sagte: „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen!“ „Halte ein!“ unterbracht ihn Sokrates, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe gesiebt?“ – „Drei Siebe?“, fragte der andere voller Verwunderung. „Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. – Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, ich hörte es jemanden erzählen und…“ „So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. – Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?“ – Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“ „Hm“, unterbrach ihn der Weise, „so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. – Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“ – „Notwendig nun gerade nicht  …“ „Also”, sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder WAHR noch GUT noch NOTWENDIG ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

Am 3ten Tag der Ausbildung verstand ich dann auch endlich, was mir die Geschichte sagen wollte. Es hatte tagsüber etwas geregnet und ein Holzscheit war richtig nass geworden. Ich bemerkte es zu spät durch die Handschuhe und so rutschte er inmitten der brennenden Scheite. Durch die Hitze fing das Wasser schnell an zu kochen und die Wasserblasen platzen förmlich mit einem Knall auf, sodass mehr als einmal ein richtiger Ruck durch unseren brennenden Holzstapel fuhr und wir schon Sorge hatten, dass unser Feuerstapel unkontrolliert in sich zusammen sacken würde. Mein Trainer sah mich an und sagte „da hast du aber eine schlechte Energie erwischt“. In diesem Moment verstand ich die Geschichte.

Jede negative Nachricht die mich tagsüber erreicht ist wie dieser nasse Holzscheit. Er stört mein Feuer, bringt es womöglich zum bersten und hält die Flammen unruhig. Seitdem habe ich verschiedene Methoden entwickelt mehr Ruhe in meinem Denken zu etablieren. Ich schlafe besser und auch tiefer und komme abends besser zur Ruhe. Man sagt, du kannst etwas dem Feuer entnehmen oder aber auch etwas an das Feuer übergeben.

Und Beides stimmt Absolut!

Herzlichst Ihr
Marc Gerhardt

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MARC GERHARDT
Kräutermagie

Meine Passion ist es Schritt für Schritt un­ab­hängiger zu werden und altes Wissen wieder Alltags­tauglich zu machen.

Marc Gerhardt beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Naturkosmetik und sucht ständig nach neuen Rezepten oder altem Kräuterwissen.

In seinen Workshops und hier im Blog ist dazu stets neues zu finden.

Wenn er nicht gerade rührt ist er mit seiner "MISSI" unterwegs.

Er lebt mit seiner Frau und ihren beiden Töchtern in Erftstadt.

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